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1971
Gründung
978231+
Projekte
2
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1258+
Übersetzer:innen
150%
einsatzbereit
A++
Qualität
KI-Übersetzung mit RAG verbindet generative KI mit dem individuellen Sprachwissen eines Unternehmens. Translation Memories, Terminologiedatenbanken, Styleguides und bestehende Übersetzungen dienen dabei als Wissensquellen.
Denn ein allgemeines KI-Modell kennt zwar sehr viel Sprache – aber nicht automatisch die Begriffe, Formulierungen und Übersetzungsentscheidungen, die ein Unternehmen über Jahre aufgebaut hat. Mit Retrieval Augmented Generation (RAG) wird dieses Wissen bei der Übersetzung gezielt miteinbezogen.
Generative KI bzw. ein Large Language Model (LLM) kann Texte übersetzen. Für eine wirklich kundenspezifische KI-Übersetzung reicht allgemeines Sprachwissen jedoch nicht immer aus.
Denn Unternehmen haben häufig ihre eigene Sprache:
Das Wissen darüber steckt typischerweise in Translation Memories, Terminologiedatenbanken, Glossaren, Styleguides, bestehenden Übersetzungen oder Publikationen und Dokumentationen.
Eine KI oder ein LLM berücksichtigt dieses Wissen jedoch nur, wenn es ihr vorgängig als Trainingsmaterial zur Verfügung gestellt wurde. Und selbst wenn bestimmte Informationen irgendwann für das Training verwendet wurden, bedeutet das nicht, dass das Modell auch die aktuell gültige (geänderte) Unternehmenssprache kennt.
RAG steht für Retrieval Augmented Generation. Gemeint ist ein Ansatz, bei dem eine generative KI nicht nur auf ihr allgemeines Modellwissen zurückgreift, sondern gezielt relevante Informationen aus externen Wissensquellen abruft und als Kontext verwendet.
Das Prinzip ist relativ einfach:
Die Unternehmensdaten müssen dafür nicht fest in das Sprachmodell integriert oder das Modell aufwendig neu trainiert werden. Relevante Informationen werden stattdessen bei Bedarf abgerufen und als Kontext bereitgestellt.
Unternehmen wollen und können ihre sensiblen Translation Memories und Glossare nicht ständig in riesige LLMs eintrainieren. Dies scheitert an hohen Kosten, Datenschutzrisiken und einer schnellen Veralterung der Daten. RAG löst dieses Problem elegant, indem das Unternehmenswissen modular, aktuell und datenschutzkonform als dynamischer Kontext angedockt wird.
Genau darin liegt der besondere Mehrwert einer RAG-Übersetzung.
Ein RAG-System in Verbindung mit KI-Übersetzungen bringt zahlreiche Vorteile:
Der Begriff Retrieval Augmented Generation beschreibt drei Schritte:
Weiterführende technische Details dazu liefert die AWS-Dokumentation zu RAG.
Für eine kundenspezifische KI-Übersetzung kommen unterschiedliche Wissensquellen infrage.
Ein Translation Memory (TM) enthält bereits erstellte und idealerweise geprüfte Übersetzungen. Ein RAG-System kann relevante Segmente oder ähnliche Formulierungen abrufen und der KI als Kontext zur Verfügung stellen. Dabei ersetzt RAG nicht automatisch die klassischen Matching-Mechanismen eines Translation-Memory-Systems, sondern ergänzt sie um einen KI-basierten Retrieval-Ansatz.
Entscheidend bleibt jedoch auch hier die Qualität der Daten. Denn RAG kann vorhandenes Sprachwissen zugänglich machen, aber nicht automatisch dessen fachliche und sprachliche Qualität beurteilen. Aktuelle und geprüfte Übersetzungen sollten deshalb von älteren oder weniger relevanten Inhalten unterschieden werden.
Eine Terminologiedatenbank enthält bevorzugte Fachbegriffe und ihre Übersetzungen. Gerade bei technischen, medizinischen oder rechtlichen Inhalten ist diese Terminologie entscheidend.
Die KI erhält dadurch nicht nur Informationen zur Bedeutung eines Begriffs, sondern auch dazu, wie das Unternehmen ihn übersetzt. Das kann beispielsweise bei Produktnamen, Fachbezeichnungen oder festgelegten Unternehmensbegriffen eine wichtige Rolle spielen.
Ein Styleguide kann Vorgaben zu Tonalität, Schreibweise, Anrede, Produktnamen oder bestimmten sprachlichen Konventionen enthalten. Diese Informationen können ebenfalls als Kontext in den Übersetzungsprozess einfliessen.
So lässt sich nicht nur festlegen, welcher Begriff verwendet wird, sondern auch, wie das Unternehmen kommuniziert.
Auch bereits veröffentlichte oder intern geprüfte Texte können wertvolle Informationen enthalten. Sie zeigen der KI, wie ein Unternehmen tatsächlich formuliert – und nicht nur, wie es laut einem allgemeinen Sprachmodell formulieren könnte.
Damit wird Corporate Language für KI nutzbar.
Der entscheidende Unterschied zwischen «KI» und «KI mit RAG» lässt sich vereinfacht so darstellen:
|
Generative KI |
Generative KI mit RAG |
|
|
Sprachwissen |
Allgemeines Modellwissen |
Allgemeines Modellwissen + Unternehmenskontext |
|
Terminologie |
Allgemeines Sprach-/Fachwissen |
Zusätzlich unternehmensspezifische Terminologie |
|
Frühere Übersetzungen |
Nicht automatisch verfügbar |
Relevante TM-Inhalte können abgerufen werden |
|
Unternehmensstil |
Nicht automatisch bekannt |
Styleguide und bestehende Texte können berücksichtigt werden |
|
Beispiel |
Wie könnte man diesen Begriff übersetzen? |
Wie verwendet dieses Unternehmen diesen Begriff? |
Das ist ein wichtiger Perspektivwechsel: Die KI muss nicht das gesamte Unternehmenswissen «auswendig» kennen. Sie bekommt vielmehr die Informationen, die sie für die konkrete Übersetzungsaufgabe benötigt.
Damit schlägt RAG die Brücke zwischen allgemeiner generativer KI und individueller Unternehmenssprache.
|
Ansatz |
Grundlage |
Unternehmenswissen |
Typischer Vorteil |
|
Klassische maschinelle Übersetzung |
trainiertes Übersetzungsmodell |
teilweise über Zusatzsysteme |
Geschwindigkeit |
|
Generative KI |
LLM |
allgemeines Modellwissen |
Kontext, Flexibilität |
|
Generative KI + RAG |
LLM + externe Wissensquellen |
gezielt abrufbar |
Unternehmenskontext |
|
RAG + TM + Terminologie + Post-Editing |
LLM + Unternehmensressourcen + Fachprüfung |
umfassend |
Qualität + Konsistenz + Kontrolle |
Arbeitet ein Unternehmen bereits seit Jahren mit professionellen Übersetzungsprozessen, existieren häufig umfangreiche Sprachressourcen wie Translation Memory oder eine Terminologiedatenbank. Mit RAG lässt sich dieses vorhandene Wissen stärker mit generativer KI verbinden.
Das bedeutet nicht, dass klassische CAT-Tools, Translation Memories oder Terminologiedatenbanken überflüssig werden. Im Gegenteil: Ihre Inhalte können zu wichtigen Wissensquellen für KI-gestützte Übersetzungsprozesse werden.
Dabei ist RAG nicht einfach eine weitere Variante der maschinellen Übersetzung. Entscheidend ist die Verbindung zwischen dem generativen KI-Modell und den individuellen Sprachressourcen eines Unternehmens.
Eine solche Architektur ist vor allem dort interessant, wo Unternehmen grosse Mengen an wiederkehrenden oder fachlich geprägten Inhalten übersetzen.
Zum Beispiel:
Je umfangreicher und konsistenter die vorhandenen Sprachressourcen sind, desto mehr relevantes Wissen kann für neue Übersetzungen bereitgestellt werden.
So vielversprechend der Ansatz ist: Eine RAG-Übersetzung allein garantiert keine hohe Übersetzungsqualität. Eine RAG-Architektur ist nur so gut wie ihr Retrieval und die zugrunde liegende Wissensbasis.
Wenn das System falsche Informationen findet, wichtige Informationen übersieht oder veraltete Übersetzungen als relevant einstuft, kann auch die anschliessende generative KI zu einem falschen Ergebnis kommen.
Entscheidend sind deshalb unter anderem:
Bei unternehmensinternen Daten kommen zudem Datenschutz- und Sicherheitsanforderungen hinzu. Welche Daten für ein RAG-System verwendet werden dürfen und wo sie verarbeitet werden, sollte deshalb Teil der technischen und organisatorischen Konzeption sein.
RAG ist somit kein Ersatz für einen professionellen Übersetzungsprozess. Es ist vielmehr eine Architektur, mit der vorhandenes Sprachwissen gezielter in einen KI-Prozess eingebunden werden kann.
Der grösste Nutzen entsteht bei kundenspezifischen Übersetzungen nicht zwangsläufig durch ein Entweder-oder zwischen KI und Mensch. Vielmehr können beide Seiten unterschiedliche Aufgaben übernehmen.
Die KI kann grosse Mengen an Informationen verarbeiten, relevante Inhalte aus Unternehmensressourcen abrufen und daraus schnell einen Übersetzungsvorschlag erzeugen.
Im Post-Editing beurteilen Fachübersetzer:innen und Lektor:innen, ob Terminologie, Kontext, Fachlichkeit, Stil und Aussage tatsächlich stimmen.
Besonders interessant ist dabei der Rückkopplungseffekt: Geprüfte Übersetzungen können wiederum in Translation Memory und Terminologiedatenbank einfliessen. Dadurch verbessert sich die Datenbasis für zukünftige Übersetzungen.
Aus dem einmaligen Übersetzungsvorgang kann so ein fortlaufender Lern- und Qualitätssicherungsprozess entstehen – ohne dass das generative Modell selbst ständig neu trainiert werden muss.
KI-Übersetzung und Post-Editing
Die Entwicklung der KI-Übersetzung geht damit in eine neue Richtung.
Die entscheidende Ressource ist damit nicht nur das Sprachmodell selbst, sondern seine Verbindung mit dem spezifischen Sprachwissen des Unternehmens.
Eine kundenspezifische KI-Übersetzung mit RAG muss nicht bedeuten, ein eigenes Sprachmodell für jedes Unternehmen zu trainieren. Mit Retrieval Augmented Generation lässt sich relevantes Unternehmenswissen bei Bedarf abrufen und der generativen KI als Kontext bereitstellen.
Translation Memory, Terminologiedatenbanken, Styleguides und bestehende Übersetzungen werden damit zu wichtigen Bausteinen einer KI-gestützten Übersetzungsarchitektur. RAG ist damit insbesondere dort interessant, wo Unternehmen bereits über umfangreiche und hochwertige Sprachressourcen verfügen. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn ein Unternehmen bereits mit einem professionellen Übersetzungsdienstleister arbeitet. Im Rahmen solcher Übersetzungsprozesse entstehen häufig kundenspezifische Translation Memories und Terminologiedatenbanken, die später als wertvolle Wissensquellen für KI-gestützte Übersetzungen dienen können.
Die entscheidende Frage lautet künftig also nicht mehr nur: Welches KI-Modell übersetzt am besten? Sondern: Welche KI kann das Sprachwissen meines Unternehmens am besten nutzen?
Beratung zu KI-Übersetzung mit RAG
RAG (Retrieval Augmented Generation) ist ein Ansatz, bei dem einer generativen KI gezielt relevante Informationen zur Verfügung gestellt werden. Die KI verwendet diese dann für ihre Übersetzung. Eine solche optimierte KI-Übersetzung entspricht dann besser dem Kontext und der Corporate Language Ihres Unternehmens.
Bei der RAG-Übersetzung wird das Augenmerk auf das spezifische Sprachwissen und die Tonalität eines Unternehmens gelegt. Ein händisches bzw. manuelles Hinweisen auf relevante Quellen sowie Referenzen entfällt. Damit hat eine RAG-Übersetzung einer gewöhnlichen KI-Übersetzung einiges voraus und generiert entsprechend kontextsensiblere Übersetzungen.
Nein. RAG macht KI-Übersetzungen zwar kundenspezifischer, basiert jedoch auch auf statistischen Entscheidungen einer Maschine und garantiert keine echte bzw. menschliche Plausibilität und Sinnhaftigkeit. Gerade bei fachlich, sprachlich oder inhaltlich anspruchsvollen Texten empfiehlt sich eine anschliessende Prüfung durch muttersprachliche Fachübersetzer:innen.
RAG selbst garantiert keine Vertraulichkeit, sondern diese hängt von der konkreten RAG-Architektur und den eingesetzten Systemen ab. Entscheidend ist, wo die Unternehmensdaten gespeichert und verarbeitet werden. Dank unserer Architektur können wir Unternehmenswissen kontrolliert als Kontext für KI-Übersetzungen bereitstellen, ohne es in das Modelltraining einfliessen zu lassen.
Je nach gewählter Lösung können Unternehmensdaten beispielsweise in einer separaten Wissensbasis gespeichert und bei Bedarf gezielt als Kontext für eine Übersetzung abgerufen werden. Ihre Daten werden nicht automatisch zum Training des KI-Modells verwendet. Unsere Richtlinien zur Vertraulichkeit, Datenschutz und Informationssicherheit decken diese Szenarien ab und werden periodisch im Rahmen der ISO-Zertifizierung auch extern überprüft.