INTERSERV AG Zürich:
INTERSERV SA Lausanne:
Sprache auswählen
1971
Gründung
978231+
Projekte
2
Standorte
1258+
Übersetzer:innen
150%
einsatzbereit
A++
Qualität
Weiss Ihre KI, wie Ihr Unternehmen spricht? Ein Translation Style Guide schafft dafür die Grundlage.
Bevor KI Ihre Unternehmenssprache bei Übersetzungen richtig berücksichtigen kann, muss klar sein, wie Ihr Unternehmen eigentlich spricht. Welche Tonalität hat Ihre Marke? Welche Begriffe verwendet sie? Und welche sprachlichen Regeln gelten?
Die Grundlage dafür ist oft längst vorhanden: in bestehenden Übersetzungen, Dokumenten, Translation Memories und Glossaren. Daraus lässt sich ein Translation Style Guide entwickeln, der festhält, wie Ihr Unternehmen in anderen Sprachen klingen soll.
Ein solcher Übersetzungsleitfaden – oft auch als Language Style Guide bezeichnet – schafft eine gemeinsame Grundlage für KI-Übersetzungen sowie für Übersetzer:innen und Lektor:innen. Das Ziel: konsistente, markengerechte Übersetzungen über alle Sprachen und Inhalte hinweg.
Dabei muss ein Translation Style Guide nicht kompliziert sein. Für einen ersten funktionierenden Ansatz reichen wenige, klar definierte Informationen.
Wenn man einen Translation Style Guide auf das absolute Minimum reduziert, bleiben vier Kernbereiche:
Die Brand Voice beschreibt die Persönlichkeit der Unternehmenssprache und beantwortet die Frage, wie die Marke in einer anderen Sprache klingen soll und wie die Sprache nicht sein soll.
Ein einfaches Beispiel:
Übersetzer:innen und KI wissen damit nicht nur, was gesagt werden soll, sondern auch, wie der Tonfall sein muss.
Jedes Unternehmen verwendet seine eigene Sprache. Produkte, Dienstleistungen und Prozesse heissen nicht überall gleich. Ein Language Style Guide legt wichtige Begriffe verbindlich fest:
| Ausgangsbegriff | Bevorzugte Übersetzung | Nicht verwenden |
|---|---|---|
| Customer | Kund:in | Klient:in |
| Solution | Lösung | Lösungsangebot |
| Dashboard | Dashboard | Übersichtsseite |
Dazu gehören Produktnamen, Fachbegriffe, zentrale Marketingbegriffe und festgesetzte Ausdrücke. Ein Style Guide beschreibt den gesamten sprachlichen Rahmen, während ein Glossar einzelne Begriffe definiert.
Neben Tonalität und Terminologie braucht ein Übersetzungsleitfaden konkrete sprachliche Regeln.
Zum Beispiel:
Konkrete Beispiele zeigen schneller als abstrakte Regeln, was mit der gewünschten Sprache gemeint ist. Zum Beispiel:
Damit lautet das Fundament eines Translation Style Guides:
Voice + Terminology + Rules + Examples.
In der Praxis bildet meist ein kompakter Startpunkt den Auftakt. Sobald ein Unternehmen international agiert, sichert ein Master-Style Guide als globale Basis das verbindliche Fundament (meist in einer Zentralsprache wie Englisch oder Deutsch), auf dem lokale Add-ons aufbauen.
Wachsen Sprachen, Märkte oder Inhalte kontinuierlich weiter, lässt sich der Style Guide systematisch in sechs Bereichen ausbauen:
Hier wird die sprachliche Persönlichkeit der Marke definiert. Dazu gehören beispielsweise:
Die zentrale Frage lautet: Wenn jemand unseren übersetzten Text liest, wie soll unser Unternehmen auf diese Person wirken?
Die gleiche Botschaft kann für unterschiedliche Zielgruppen unterschiedlich formuliert werden. Ein Text für SAP-Expert:innen benötigt beispielsweise eine andere Sprache als ein Text für User ohne technisches Vorwissen.
Der Style Guide kann deshalb festlegen:
Damit wird verhindert, dass eine Übersetzung zwar sprachlich korrekt ist, aber für den konkreten Kontext unpassend klingt.
Hier werden die zentralen Unternehmensbegriffe definiert. Neben Übersetzungen können auch folgende Informationen hinterlegt werden:
Je grösser ein Unternehmen und je mehr Sprachen beteiligt sind, desto wichtiger wird eine konsistente Terminologie. Ein Translation Style Guide und eine Terminologiedatenbank ergänzen sich deshalb ideal: Der Style Guide beschreibt den sprachlichen Rahmen, die Terminologie definiert die verbindliche Wortwahl.
Dieser Bereich übersetzt die Markenidentität in konkrete sprachliche Entscheidungen.
Dieser Bereich ist besonders nützlich, weil er abstrakte Vorgaben wie «modern und nahbar» in konkrete Übersetzungsrichtlinien überführt.
Ein internationaler Translation Style Guide sollte nicht davon ausgehen, dass eine Regel aus einer Sprache automatisch für alle anderen funktioniert. Hier kommen lokale Add-ons zum Master-Guide ins Spiel: Je nach Zielsprache und Markt können beispielsweise folgende Punkte definiert werden:
Damit kann ein Unternehmen beispielsweise festlegen, dass die globale Brand Voice in allen Märkten erhalten bleibt, während sprachspezifische Konventionen lokal angepasst werden.
Beispiele bilden die Brücke zwischen abstrakten Regeln und tatsächlicher Übersetzungsarbeit. Besonders hilfreich sind:
Dabei sollten die Beispiele möglichst unterschiedliche Situationen abdecken:
Je konkreter die Beispiele, desto leichter lässt sich die gewünschte Unternehmenssprache reproduzieren.
Mit der Nutzung von KI-Übersetzungen stellt sich die Frage, ob KI einen anderen Translation Style Guide benötigt als menschliche Übersetzer:innen. Grundsätzlich bleiben die Inhalte dieselben.
Der Unterschied liegt in der Formulierung: Menschliche Übersetzer:innen arbeiten problemlos mit offenen Beschreibungen wie bspw. «unsere Sprache ist professionell, aber nicht distanziert», während eine KI eindeutige Parameter benötigt (Tone: professional and approachable, Formality: medium, Address: direct, Avoid: bureaucratic and overly formal language).
Das sinnvollste Vorgehen ist ein gemeinsames Translation-Style-Guide-Modell. Die Inhalte bleiben zentral an einem Ort und dienen sowohl menschlichen Teams als auch maschinellen Übersetzungstools als exakte Grundlage.
Ein Translation Style Guide bildet das Fundament für den Schreibstil. Um darüber hinaus auch firmeninternes Fachwissen präzise einzubinden, greift ein reiner Leitfaden zu kurz. Hier setzt die Retrieval-Augmented Generation (RAG) an:
Durch diese Verknüpfung entsteht ein massgeschneidertes Übersetzungssystem, das eine konsistente und markengerechte Markenstimme garantiert. Vertiefende Einblicke und praktische Anwendungsbeispiele zu RAG-Übersetzungen finden Sie hier:
Kundenspezifische KI-Übersetzung mit RAG
Gerne erstellen wir eine erste Grundversion eines Translation Style Guides für Ihr Unternehmen. Als Datenbasis dafür dienen bestehende Übersetzungen und andere Dokumente, Translation Memories und bestehende Glossare.
Da ein Translation Memory präzise Auskunft darüber gibt, aus welchen Projekten oder Dateitypen ein Segment stammt, lässt sich der Styleguide zielgruppenspezifisch für Marketing, technische Dokumentationen oder andere Textsorten aufbereiten.
Ein Translation Style Guide (auch Übersetzungsleitfaden oder Language Style Guide genannt) ist ein verbindliches Dokument, das festlegt, wie ein Unternehmen in seinen Zielsprachen klingt. Er definiert die Markenstimme (Brand Voice), verbindliche Terminologien, sprachliche Regeln wie Grammatik und Gendern sowie konkrete Beispiele. Dadurch wird sichergestellt, dass Übersetzungen markengerecht und einheitlich klingen.
Ein professioneller Sprachleitfaden verhindert, dass Übersetzungen generisch oder wortwörtlich wirken. Er schafft eine einheitliche Corporate Language über alle Märkte und Kanäle hinweg, vermeidet Missverständnisse bei Fachbegriffen und stellt sicher, dass Texte exakt auf die jeweilige Zielgruppe zugeschnitten sind.
Die inhaltlichen Grundpfeiler bleiben für menschliche Übersetzer:innen und maschinelle Übersetzungssysteme identisch. Der Unterschied liegt in der Formulierung: Während Menschen mit offenen Beschreibungen (z. B. „professionell, aber nahbar“) arbeiten können, benötigt eine KI präzise, strukturierte Parameter (wie Tone: professional oder Formality: medium), um konsistente Ergebnisse zu liefern.
Ein minimalistischer, funktionierender Ansatz basiert auf vier Kernbereichen:
Während ein Translation Style Guide den generellen Schreibstil und die Tonalität bestimmt, liefert die Retrieval-Augmented Generation (RAG) das exakte Fachwissen. Die KI wird über eine RAG-Architektur direkt mit firmeninternen Dokumenten, Glossaren und Translation Memories (TM) gefüttert, wodurch massgeschneiderte und absolut präzise Übersetzungen entstehen.
Für die Erstellung eines Translation Style Guides dienen meist vorhandene Altdokumente, bestehende Glossare und Translation Memories (TM) als wertvolle Datenbasis. Daraus entwickeln Profis einen strukturierten Master-Guide mit lokalen Addons, der exakt auf die Zielsprachen und Textsorten eines Unternehmens abgestimmt ist.